
Wir zeigen dir, wie du dir selbst oder deinem Kind mit einer kleinen Übung die eigenen Ressourcen bewusst machen kannst, um sie in schwierigen Momenten zur Verfügung zu haben.
Zeit 15-30 Minuten
Material Block, Buntstifte oder auch Bastelpapier, Schere
Alter für jung und alt geeignet. Gemeinsam mit Kindern ab ca. 5 Jahren
Wir alle erleben Momente, in denen das Leben uns herausfordert: Konflikte in der Partnerschaft, schwierige Zeiten in der Schule, Jobwechsel, Streit mit Freund:innen, Phasen der Trauer, Ängste und Sorgen - all das ist auch Teil unseres Lebens.
Um für schwierige Lebensphasen gewappnet zu sein, kann es sinnvoll sein, sich ganz persönliche „Notfallstrategien” zurechtzulegen.
Meist ist es besser, sich nicht erst in der Krise, sondern schon vorher zu überlegen, was helfen könnte. So können wir einer Situation aktiv begegnen und sind ihr nicht einfach ausgeliefert.
Unsere Selbstwirksamkeit und unser Kontrollerleben werden dadurch gestärkt. Wir geben uns damit ein Gefühl von Sicherheit und gleichzeitig die Möglichkeit, uns in solchen Momenten zu distanzieren.
Die für dich wichtigsten Ressourcen, Strategien oder Übungen - die dir in einer Notsituation am besten helfen - packst du in deinen persönlichen „Notfallkoffer”.
Es kann eine Liste auf Papier sein oder ein Koffer, der auf ein Plakat/Papier gemalt ist. Möglich ist auch ein kleiner gebastelter Koffer oder eine kleine Liste, die gut in die Brieftasche passt.
Es ist hilfreich, wenn der Notfallkoffer Strategien/Ressourcen enthält, die von überall aus zugänglich sind.
10-20 Tätigkeiten, Strategien, Kontaktmöglichkeiten.
Auch möglich sind kleine Gegenstände.
Je nachdem was dir oder deinem Kind am Besten hilft.
In einer schwierigen Situation kannst du oder dein Kind auf diesen „Koffer” zurückgreifen und dir passende Ressourcen raussuchen. Du kannst die Strategien und Ressourcen auch sortieren: Die am besten und schnellsten helfen, sollten weiter oben stehen.
Vielleicht fällt es dir am Anfang etwas schwer, deine eigenen Ressourcen zu finden. Hier sind ein paar Fragen, die du dir oder deinem Kind stellen könntest. Vielleicht fällt es euch dann etwas leichter darüber nachzudenken.
Als kleine Hilfestellung, um über die eigenen Ressourcen nachzudenken, haben wir hier eine kleine Liste zusammengestellt. Ganz wichtig: Das sind nur Beispiele, es kann sein, dass dir persönlich andere Dinge mehr helfen. Überlege also in Ruhe, was DIR wirklich gut tut und sich für DICH positiv anfühlt. Die Liste ist nur als kleine Gedankenstütze gedacht.
Anspannung Igelball, Dehnübungen, Knetball, zu lauter Musik tanzen, Gummiband, Lavendelöl, kaltes Wasser ins Gesicht, kalte Dusche, Atmen, an die frische Luft gehen, Kamillentee . .
Körper Handschmeichler, Wärmflasche, Kirschkernkissen, Massage, Eincremen, Dehnübungen, Körperreise, Achtsamkeitsübung, Fußbad, Fußmassage, schwere Decke. . .
Ablenkung Kreuzworträtsel, Puzzle, malen, basteln, Fotos anschauen, Buch lesen, Lieblingsmusik, Video, Hörspiel, Stricken, Gartenarbeit, Verkleiden . . .
Bewegung Spazieren, Tanzen, Gymnastikübung, Radfahren, Hampelmann, Rennen, Yoga, Fitness, Turnen, Verein, Spielplatz austoben, Wald . .
Entspannung Atemübung, Imaginationsübungen, Meditation, Achtsamkeitsübung, Körperreise, Lavendelöl, warmes Bad nehmen, Massage, in Natur gehen, Sauna . . .
Genussvolle Tätigkeiten Musik, Baden, Fotografieren, Kerzen anzünden, Malen, etwas backen, Stück Schokolade essen, warmen Tee trinken . .
Kontakte Telefonnummern von Freunden, Angehörigen, mit Freund:innen austauschen, chatten, . . .
Sonstiges . . .
In deinen Notfallkoffer gehören davon diejenigen, die am besten und zuverlässigsten wirken.
Formuliere die Strategien/Ressourcen/Übungen so konkret wie möglich:
Mein Notfallkoffer:
Wenn es mir nicht gut geht, ich eine schwierige Situation erlebe hilft mir:
Wenn dein „Notfallkoffer” am Anfang noch nicht so groß ist, ist das kein Problem. Du kannst ihn nach und nach erweitern. Manchmal braucht es etwas mehr Zeit, um herauszufinden was dir in bestimmten Situationen gut tut.
Sich selbst kennen zu lernen ist eine Reise und es ist völlig in Ordnung, wenn man seinen eigenen Koffer langsam und stetig weiterpackt.
Wir wünschen dir und deinem Kind viel Freude beim Nachdenken, Schreiben und Anwenden.
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