
Die Pubertät ist eine Zeit großer Veränderungen und Herausforderungen, nicht nur für Jugendliche, sondern auch für ihre Eltern. In der Pubertät entwickeln Jugendliche eine eigenständige Identität, lösen sich von den Eltern und suchen ihren Platz in der Gesellschaft. Dabei stellt die Schule einen zentralen Ort dar, denn sie bietet einen Rahmen, in dem Jugendliche soziale Kompetenzen und Unabhängigkeit entwickeln, sich mit Leistungsanforderungen auseinandersetzen und eigene Interessen sowie berufliche Orientierungen entdecken.
Was aber, wenn dieser Ort mit großen Ängsten behaftet ist? Wenn Jugendliche nur mit Unbehagen zur Schule gehen oder gar zu Schulschwänzern werden, weil sie Angst vor dem Besuch der Schule haben, kann dies verschiedene Ursachen haben. Oft steht eine soziale Angst oder eine Prüfungsangst dahinter. Aber auch Mobbing oder andere Sorgen können Grund für Schulängste sein. Dieser Artikel soll Eltern helfen, Schulangst bei pubertierenden Kindern zu erkennen, deren Ursachen zu verstehen und effektiv darauf zu reagieren.

Gedanken an oder die Anwesenheit in der Schule kann Ängste auslösen. Kinder und Jugendliche können betroffen sein. Was aber sind die Besonderheiten bei Jugendlichen in der Pubertät mit Schulangst?
Durch die ohnehin schon herausfordernde Entwicklungsphase der Pubertät, die mit großen körperlichen, emotionalen und sozialen Veränderungen einhergeht, stehen Jugendliche vor besonderen Herausforderungen, wenn es um das Thema Schule geht. Es sind unterschiedlichste Faktoren, die den Schulbesuch in der Pubertät noch einmal herausfordernder machen:
Pubertierende Kinder grenzen sich von ihren Eltern ab und suchen sich neue und eigene Möglichkeiten, um mit ihren Gefühlen und Gedanken Raum zurecht zu kommen.
Es findet eine natürliche Distanzierung von den Eltern statt, die es diesen aber auch oft schwerer macht, Einblicke in das Befinden ihrer Kinder zu gewinnen. Dies kann zum Problem werden, wenn Jugendliche mit ihren Herausforderungen nicht allein zurecht kommen, keine Gleichaltrigen haben, mit denen sie ihre Sorgen teilen können oder in eher destruktive Strukturen geraten.
Wenn sich die Jugendlichen dann noch stark von den Eltern distanzieren, sind psychische Belastungen, wie z.B. Schulangst nicht immer einfach zu erkennen. Eltern müssen dann nicht nur offensichtliche, sondern auch subtile Anzeichen ernst nehmen. Diese Anzeichen zu kennen, ermöglicht Eltern, frühzeitig Hilfe und Unterstützung für sich und ihr Kind zu etablieren.
Eltern sollten auf folgende Anzeichen für Schulangst bei ihren jugendlichen Kindern achten:
Ursachen und Auslöser von schulbezogener Angst können vielfältig sein. Zu den häufigsten gehört Mobbing durch Mitschüler. Wenn Jugendliche ständiger Belästigung, Demütigung oder Ausgrenzung ausgesetzt sind, kann dies zu Angstzuständen, Depressionen und einem verringerten Selbstwertgefühl führen. Negative Erfahrungen mit Lehrkräften oder eine ungerechte Behandlung im Schulkontext können ebenfalls Schulangst auslösen. Hierzu zählen zum Beispiel sehr strenges oder unfaires Verhalten von Lehrkräften. Aber auch eine fehlende Unterstützung im Schulalltag kann dazu führen, dass sich Jugendliche ängstlich zurückziehen.
Neben konkreten und direkt nachvollziehbaren Faktoren liegen manche Gründe nicht direkt auf der Hand oder können nur schwer identifiziert werden, häufig nicht einmal vom Jugendlichen selbst. Es ist dann einfach „ein unangenehmes Gefühl“, eine große Aversion dem Schulbesuch gegenüber oder ein schleichender Prozess, in dem die Angst sich mehr und mehr aufbaut und Jugendliche mehr und mehr den Schulbesuch oder damit verbundene Aktivitäten vermeiden. Oft sind Scham und ein großes Druckgefühl, es allein schaffen zu müssen, für Jugendliche Hindernisse, sich jemanden anzuvertrauen. So kann beispielsweise ein hoher Leistungs- und Erwartungsdruck zu einer massiven Angst vor Überforderung und Versagen führen. Oft handelt es sich dabei gar nicht um explizit ausgesprochene Erwartungen, zum Beispiel durch die Eltern, die Lehrkräfte oder den Jugendlichen selbst, sondern um unbewusste und unausgesprochene Ansprüche, die aber für Jugendliche dennoch spürbar sind und so zu einer großen Belastung führen können.
Die ständige Präsenz und der Vergleich in sozialen Medien können ebenfalls zu erhöhten Angstzuständen führen, indem sie Druck hinsichtlich Erfolg, das Gefühl der Unzulänglichkeit und die Angst vor Versagen verstärken. Des Weiteren sind häufig eher schüchterne und introvertierte Jugendliche von Schulangst betroffen, gerade wenn als Ursache die Angst vor sozialer Bewertung oder Ablehnung im Vordergrund steht. Jugendliche kreisen dann mit ständiger Sorge um soziale Situationen, befürchten unangenehm aufzufallen, etwas Peinliches zu tun oder sich lächerlich zu machen. Oft geht dies einher mit Angst vor Erröten, zu schwitzen oder etwas vor anderen zu essen. Die kritische Eigenwahrnehmung steht dann im Vordergrund und macht jeden Schultag zum absoluten Stresstag.
Eltern fühlen sich oft ohnmächtig und hilflos. Sie möchten ihrem Kind helfen, werden aufgrund der Pubertät aber häufig nicht als Hilfsperson vom Kind angenommen. Dennoch brauchen Jugendliche ihre Eltern, um aus dem Angstkreislauf auszusteigen und neue Wege zu gehen.
Eltern können auf verschiedene Weise Unterstützung bieten:
Schulangst ist eine ernste Herausforderung. Es ist normal, dass Eltern sich überfordert oder hilflos fühlen, wenn Eltern sehen, dass ihr Kind unter Schulangst leidet.
Wichtig ist, dass sich nicht auch die Eltern isolieren und mit dem Problem allein bleiben. Sich selbst Unterstützung zu suchen, sei es durch Gespräche mit anderen Eltern, professionelle Beratung oder Informationsressourcen, ist ein guter Schritt in die richtige Richtung und zeigt dem Jugendlichen, dass man mit seinen Sorgen nicht allein bleiben muss. Ausserdem ist es wichtig, im eigenen Gleichgewicht zu bleiben, um auch für sein Kind die beste Unterstützung zu bieten. Durch aktives Zuhören, Förderung einer offener Kommunikation und die Suche nach professioneller Hilfe kann Schulangst begegnet und bewältigt werden.
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